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Stromfresser im Haushalt: Diese Geräte kosten am meisten

Stromfresser im Haushalt erkennen: Welche Geräte den meisten Strom verbrauchen, wie Sie versteckte Stromkosten aufdecken und effektiv Strom sparen.

Stromverbrauch im Haushalt: Wo das Geld hinfließt

Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt verbraucht rund 3.500 kWh Strom pro Jahr und zahlt dafür bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh etwa 1.050 Euro. Den größten Anteil am Stromverbrauch haben in der Regel Kühl- und Gefriergeräte, Warmwasserbereitung, Waschen und Trocknen, Unterhaltungselektronik und Beleuchtung. Viele Verbraucher unterschätzen dabei den Standby-Verbrauch ihrer Geräte, der deutschlandweit für etwa 4 Milliarden Euro Stromkosten pro Jahr verantwortlich ist.

Ein Strommessgerät, das Sie zwischen Steckdose und Gerät stecken, ist das wichtigste Werkzeug zur Identifikation von Stromfressern. Geräte zum Ausleihen erhalten Sie kostenlos bei vielen Verbraucherzentralen, Energieversorgern und Bibliotheken. Messen Sie über mindestens 24 Stunden, um auch den Standby-Verbrauch zu erfassen. Hochgerechnet auf das gesamte Jahr können Sie so die Stromkosten jedes einzelnen Geräts ermitteln und gezielt die größten Verbraucher angehen.

Das EU-Energielabel, das seit 2021 in der neuen Skalierung von A bis G gilt, bietet eine schnelle Orientierung beim Gerätekauf. Ein Kühlschrank der Klasse A verbraucht etwa 60 Prozent weniger Strom als ein Gerät der Klasse F. Bei einer Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren kann der Preisunterschied zwischen einem effizienten und einem ineffizienten Gerät leicht 500 bis 1.000 Euro betragen. Achten Sie beim Kauf nicht nur auf den Anschaffungspreis, sondern rechnen Sie die Stromkosten über die gesamte Lebensdauer mit ein.

Die größten Stromfresser im Detail

Kühl- und Gefriergeräte laufen rund um die Uhr und sind damit in den meisten Haushalten der größte Einzelverbraucher. Ein alter Kühlschrank der Energieeffizienzklasse C oder D kann über 300 kWh pro Jahr verbrauchen, ein modernes Gerät der Klasse A hingegen nur 80 bis 120 kWh. Bei einem Gerätealter von mehr als 12 bis 15 Jahren lohnt sich der Austausch fast immer, sowohl finanziell als auch ökologisch. Stellen Sie Kühlgeräte möglichst nicht neben Herd, Spülmaschine oder Heizung auf, da die Umgebungswärme den Energieverbrauch erhöht.

Elektrische Warmwasserbereitung über Durchlauferhitzer oder Boiler ist ein weiterer großer Posten, der leicht 500 bis 1.000 kWh pro Jahr verbrauchen kann. Durchlauferhitzer mit 21 bis 27 kW Leistung erhitzen das Wasser zwar nur bei Bedarf, verbrauchen aber während des Betriebs enorm viel Strom. Wassersparende Duschköpfe können den Warmwasserverbrauch und damit die Stromkosten um bis zu 50 Prozent senken, ohne den Duschkomfort wesentlich zu beeinträchtigen.

Waschmaschinen und Trockner zusammen können 300 bis 700 kWh pro Jahr verbrauchen, je nach Nutzungshäufigkeit und Geräteeffizienz. Nutzen Sie die Waschmaschine möglichst mit voller Trommel und niedrigen Temperaturen – 30 oder 40 Grad reichen für normal verschmutzte Wäsche völlig aus und sparen gegenüber 60 Grad etwa 40 Prozent Energie. Auf den Wäschetrockner zu verzichten und die Wäsche an der Luft zu trocknen ist die effektivste Sparmaßnahme in diesem Bereich.

Standby-Verbrauch: Die stille Kostenfalle

Geräte im Standby-Modus verbrauchen auch dann Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Fernseher, Spielekonsolen, Set-Top-Boxen, Computer, Router, Ladegeräte und viele andere Geräte ziehen im Standby zwischen 0,5 und 15 Watt. Ein einzelnes Gerät mit 5 Watt Standby-Verbrauch kostet über ein Jahr nur etwa 13 Euro, aber in einem durchschnittlichen Haushalt summieren sich 10 bis 20 solcher Geräte auf 100 bis 200 Euro Standby-Kosten pro Jahr.

Abschaltbare Steckerleisten sind die einfachste und effektivste Lösung gegen Standby-Verbrauch. Gruppieren Sie Geräte, die gemeinsam genutzt werden – etwa Fernseher, Soundbar und Streaming-Box – an einer Steckerleiste und schalten Sie diese bei Nichtgebrauch komplett aus. Smarte Steckerleisten können den Stromverbrauch messen und Geräte zeitgesteuert oder per App ein- und ausschalten, was den Komfort erhöht.

Seit der EU-Ökodesign-Verordnung dürfen neue Geräte im Standby-Modus maximal 0,5 Watt verbrauchen, bei Geräten mit Netzwerkverbindung maximal 2 Watt. Ältere Geräte unterliegen dieser Regelung nicht und können deutlich höhere Standby-Verbräuche aufweisen. Messen Sie den Standby-Verbrauch Ihrer Geräte mit einem Strommessgerät und ersetzen Sie besonders stromhungrige Altgeräte durch energieeffiziente Neugeräte.

Beleuchtung: LED statt Halogen und Glühbirne

Die Umstellung auf LED-Beleuchtung ist eine der rentabelsten Energiesparmaßnahmen überhaupt. Eine LED-Lampe verbraucht bei gleicher Helligkeit etwa 80 bis 90 Prozent weniger Strom als eine herkömmliche Glühbirne und 50 bis 70 Prozent weniger als eine Halogenlampe. Eine 10-Watt-LED erzeugt die gleiche Lichtmenge wie eine 75-Watt-Glühbirne und spart bei 3 Stunden täglicher Nutzung über 20 Euro pro Jahr und Leuchtmittel.

Moderne LEDs sind in allen Formen, Fassungen und Farbtemperaturen erhältlich und kosten nur noch 2 bis 5 Euro pro Stück. Die Lebensdauer liegt bei 15.000 bis 50.000 Stunden, was bei durchschnittlicher Nutzung 15 bis 30 Jahren entspricht. Achten Sie beim Kauf auf die Lumenanzahl (Helligkeit) statt auf die Wattzahl, und wählen Sie die Farbtemperatur nach Verwendungszweck: warmweiß (2.700 bis 3.000 Kelvin) für Wohnräume, neutralweiß (4.000 Kelvin) für Arbeitsbereiche.

Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren für Außenbeleuchtung, Flure und Treppenhäuser verhindern, dass Lampen unnötig brennen. Dimmbare LEDs ermöglichen es, die Helligkeit und damit den Stromverbrauch an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Smarte Beleuchtungssysteme wie Philips Hue oder IKEA Trådfri bieten zusätzliche Komfortfunktionen wie Zeitpläne, Szenen und Sprachsteuerung, die ebenfalls zur Energieeinsparung beitragen können.

IT und Unterhaltungselektronik effizient nutzen

Computer, Monitore, Router, Fernseher und Spielekonsolen können zusammen leicht 300 bis 600 kWh pro Jahr verbrauchen. Ein Desktop-PC mit großem Monitor verbraucht deutlich mehr als ein Laptop – bei gleicher Nutzung kann der Unterschied 100 bis 200 kWh pro Jahr betragen. Wenn Sie keinen leistungsstarken Desktop-PC für Gaming oder Medienbearbeitung benötigen, ist ein Laptop die energieeffizientere Wahl. Nutzen Sie die Energiespareinstellungen Ihres Betriebssystems und schalten Sie den Monitor bei Pausen automatisch ab.

WLAN-Router laufen in den meisten Haushalten rund um die Uhr und verbrauchen dabei 30 bis 80 kWh pro Jahr. Viele Router bieten eine Zeitsteuerung, die das WLAN nachts abschaltet – das spart Strom und kann auch aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen sinnvoll sein. Moderne Router der Fritz!Box-Serie bieten zudem einen Eco-Modus, der die Sendeleistung an die tatsächlich benötigte Reichweite anpasst.

Spielekonsolen wie PlayStation 5 oder Xbox Series X können im Ruhemodus überraschend viel Strom verbrauchen, wenn sie im Hintergrund Updates herunterladen oder Spiele installieren. Deaktivieren Sie den Ruhemodus oder konfigurieren Sie ihn so, dass die Konsole nach Abschluss der Downloads vollständig abschaltet. Im aktiven Betrieb verbrauchen Spielekonsolen 100 bis 200 Watt – bei täglichem Spielen von zwei Stunden summiert sich das auf 70 bis 140 kWh pro Jahr.

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Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland

Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 25. November 2025.