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Photovoltaik: Worauf Sie achten sollten

Photovoltaikanlage fürs Eigenheim: Von der Planung über Förderung bis zur Wirtschaftlichkeit. Was Sie vor dem Kauf einer Solaranlage wissen müssen.

Eignung des Dachs prüfen

Nicht jedes Dach ist für eine Photovoltaikanlage geeignet. Idealerweise ist die Dachfläche nach Süden ausgerichtet mit einer Neigung von 30 bis 35 Grad. Aber auch Ost-West-Ausrichtungen sind wirtschaftlich sinnvoll, da sie den Eigenverbrauch durch eine gleichmäßigere Stromerzeugung über den Tag erhöhen können. Entscheidend ist, dass keine dauerhaften Verschattungen durch Bäume, Nachbargebäude oder Dachaufbauten vorliegen.

Der bauliche Zustand des Daches ist ebenfalls wichtig: Eine PV-Anlage hat eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Wenn das Dach in den nächsten Jahren saniert werden muss, sollte dies vor der Installation der Anlage geschehen. Lassen Sie die Statik prüfen – insbesondere bei älteren Gebäuden, da die Module ein Zusatzgewicht von 10 bis 15 kg pro Quadratmeter bedeuten.

Anlagengröße und Wirtschaftlichkeit

Die optimale Anlagengröße hängt von Ihrem Stromverbrauch, der verfügbaren Dachfläche und Ihrem Budget ab. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit etwa 4.500 kWh Jahresverbrauch empfiehlt sich eine Anlage mit 8 bis 10 kWp Leistung. Pro kWp benötigen Sie etwa 5 bis 7 Quadratmeter Dachfläche.

Die Investitionskosten liegen 2026 bei etwa 1.200 bis 1.800 Euro pro kWp inklusive Montage – eine 10-kWp-Anlage kostet somit 12.000 bis 18.000 Euro. Seit dem 1. Januar 2023 gilt für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern ein Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG), was die Anschaffung günstiger macht.

Die Einspeisevergütung für Überschussstrom liegt nach dem EEG 2023 bei etwa 8,1 Cent/kWh für Anlagen bis 10 kWp bei Teileinspeisung. Da der selbst verbrauchte Strom den Bezug von teurem Netzstrom (ca. 30–35 Cent/kWh) ersetzt, ist ein hoher Eigenverbrauchsanteil der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit.

Batteriespeicher: Sinnvoll oder nicht?

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil von typischerweise 25–30 Prozent auf 50–70 Prozent. Die Kosten für einen Speicher mit 5 bis 10 kWh Kapazität liegen bei 4.000 bis 10.000 Euro. Ob sich ein Speicher wirtschaftlich rechnet, hängt vom Strompreis, der Einspeisevergütung und der Lebensdauer des Speichers ab.

Viele Fachleute empfehlen, den Speicher eher etwas kleiner zu dimensionieren: Als Faustregel gilt 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Achten Sie auf die Herstellergarantie (mindestens 10 Jahre bzw. 6.000–10.000 Ladezyklen) und die nutzbare Kapazität, die von der Nennkapazität abweichen kann.

Angebote vergleichen und Fallstricke vermeiden

Holen Sie mindestens drei Angebote von verschiedenen Installateuren ein. Achten Sie darauf, dass die Angebote vergleichbar sind: gleiche Modulleistung, gleicher Wechselrichtertyp, gleiche Garantiebedingungen. Seriöse Anbieter erstellen eine individuelle Ertragsberechnung auf Basis Ihrer Dachgeometrie und Ausrichtung.

Vorsicht bei Haustürgeschäften und Angeboten mit extremem Zeitdruck. Vermeiden Sie Komplettsysteme von Anbietern, die Module, Speicher und Wallbox als Paket zu überhöhten Preisen verkaufen. Prüfen Sie, ob der Installateur im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen ist und über entsprechende Referenzen verfügt.

Anmeldung und bürokratische Pflichten

Jede PV-Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Die Registrierung im Marktstammdatenregister ist Voraussetzung für den Erhalt der Einspeisevergütung und muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen. Ihr Installateur kann die Anmeldung beim Netzbetreiber in der Regel für Sie übernehmen.

Seit 2023 entfällt bei PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern die Einkommensteuer auf die Einspeisevergütung – auch rückwirkend für bestehende Anlagen. Eine Gewerbeanmeldung ist für kleine Anlagen auf dem Eigenheim in der Regel nicht erforderlich.

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PhotovoltaikSolaranlageEigenverbrauchEEGBatteriespeicherEnergiewendeEinspeisevergütungFörderung

Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland

Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 14. Februar 2026.