Energiesparen im Haushalt: Praktische Tipps
Energiesparen im Haushalt: Einfache Maßnahmen, die sofort wirken. Strom, Heizung und Warmwasser effizient nutzen und Kosten senken – konkrete Tipps.
Heizkosten senken: Die größten Stellschrauben
Heizung und Warmwasser machen rund 70 Prozent des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts aus. Schon eine Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad spart etwa sechs Prozent Heizenergie. Die empfohlenen Temperaturen sind: Wohnzimmer 20–21 °C, Küche 18–19 °C, Schlafzimmer 16–17 °C, Bad 22–24 °C.
Entlüften Sie Ihre Heizkörper regelmäßig – gluckernde Heizkörper arbeiten ineffizient. Stellen Sie keine Möbel vor die Heizkörper und verdecken Sie sie nicht mit Vorhängen. Nutzen Sie programmierbare Thermostatventile, um die Heizung bedarfsgerecht zu steuern: nachts und bei Abwesenheit die Temperatur absenken, aber nie unter 16 °C (Frostschutz und Schimmelgefahr).
Stromfresser im Haushalt identifizieren
Die größten Stromverbraucher im Haushalt sind in der Regel Kühl- und Gefriergeräte (laufen rund um die Uhr), Waschmaschine und Trockner, Geschirrspüler sowie Unterhaltungselektronik im Standby-Betrieb. Ein Strommessgerät (bei vielen Verbraucherzentralen kostenlos ausleihbar) hilft, die tatsächlichen Verbräuche einzelner Geräte zu ermitteln.
Alte Kühlschränke verbrauchen oft 300 bis 500 kWh pro Jahr, moderne Geräte der Effizienzklasse C nur noch 100 bis 150 kWh. Der Austausch rechnet sich bei einem Strompreis von 0,35 Euro/kWh bereits nach wenigen Jahren. Achten Sie beim Neukauf auf das EU-Energielabel: Seit 2021 gilt die neue Skala von A bis G ohne Plus-Klassen.
Warmwasser effizient nutzen
Duschen statt Baden spart erheblich Energie und Wasser: Ein Vollbad verbraucht etwa 150 Liter Warmwasser, eine fünfminütige Dusche nur 50 bis 70 Liter. Ein Sparduschkopf reduziert den Wasserverbrauch auf 6 bis 8 Liter pro Minute, ohne dass der Komfort merklich leidet – die Ersparnis liegt bei bis zu 50 Prozent.
Stellen Sie die Warmwassertemperatur am Speicher auf 55 bis 60 Grad Celsius ein. Höhere Temperaturen verschwenden Energie, niedrigere Temperaturen bergen das Risiko einer Legionellenbildung. Bei dezentraler Warmwasserbereitung (Durchlauferhitzer) ist die Temperatur direkt am Gerät einstellbar – stellen Sie sie auf die tatsächlich benötigte Temperatur ein, nicht auf Maximum.
Richtig Lüften: Stoßlüften statt Kipplüften
Gekippte Fenster führen zu einem kontinuierlichen Wärmeverlust, ohne den Luftaustausch effektiv zu gewährleisten. Stoßlüften – für 5 bis 10 Minuten die Fenster vollständig öffnen – ist deutlich effizienter: Die Luft wird komplett ausgetauscht, die Wände und Möbel kühlen nicht aus, und die Heizung kann die frische Luft schnell wieder erwärmen.
Lüften Sie im Winter drei- bis viermal täglich, idealerweise durch Querlüftung (gegenüberliegende Fenster öffnen). Drehen Sie während des Lüftens die Thermostatventile herunter, um unnötigen Energieverlust zu vermeiden. Regelmäßiges Lüften beugt auch Schimmelbildung vor – ein häufiges Problem in schlecht belüfteten Räumen.
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Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland
Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 18. Juni 2025.