Mietwagen-Fallen im Urlaub vermeiden
Mietwagen im Urlaub: Die häufigsten Fallen bei Versicherung, Tankregelung und Kaution. Praktische Tipps für eine sorgenfreie Automiete im Ausland.
Die häufigsten Mietwagen-Fallen
Mietwagen gehören zu den tückischsten Bereichen bei der Reisebuchung. Die größten Kostenfallen lauern bei der Versicherung, der Tankregelung, der Kautionsblockierung auf der Kreditkarte und bei überhöhten Gebühren für Zusatzfahrer, Kindersitze oder GPS-Geräte. Am Schalter vor Ort werden regelmäßig teure Zusatzversicherungen verkauft, die den ursprünglichen Mietpreis vervielfachen können.
In beliebten Urlaubsländern wie Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei häufen sich Beschwerden über undurchsichtige Vertragsbedingungen und nachträgliche Abbuchungen. Besonders ärgerlich: Kratzer, die bereits bei Übernahme vorhanden waren, werden bei der Rückgabe als neue Schäden deklariert – und von der hinterlegten Kaution abgezogen.
Versicherung: Vollkasko ohne Selbstbeteiligung
Buchen Sie grundsätzlich eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung (CDW – Collision Damage Waiver plus Zusatzschutz). Bei vielen Vermittlern (z. B. billiger-mietwagen.de, Check24) können Sie bereits bei der Buchung eine Zusatzversicherung abschließen, die die Selbstbeteiligung des lokalen Anbieters auf null reduziert. Diese Policen kosten typisch 5 bis 12 Euro pro Tag – deutlich weniger als die 15 bis 30 Euro pro Tag, die am Schalter verlangt werden.
Achten Sie darauf, dass Glas, Reifen, Dach und Unterboden im Versicherungsschutz eingeschlossen sind. Viele Basis-Vollkasko-Tarife schließen diese Bereiche aus. Prüfen Sie außerdem, ob ein Diebstahlschutz (TP – Theft Protection) enthalten ist, da dieser in einigen Ländern nicht automatisch Teil der Standardmiete ist.
Kaution und Kreditkarte
Bei der Fahrzeugübernahme wird auf Ihrer Kreditkarte eine Kaution blockiert – in Südeuropa häufig 800 bis 2.000 Euro. Diese Blockierung kann bis zu vier Wochen nach der Rückgabe bestehen bleiben. Nutzen Sie deshalb eine Kreditkarte mit ausreichendem Verfügungsrahmen und idealerweise nicht Ihre Hauptkarte für tägliche Ausgaben.
Manche Vermieter akzeptieren keine Debitkarten (Girocard, Maestro) oder bestehen auf einer Kreditkarte des Hauptfahrers. Klären Sie vor der Reise, welche Kartentypen akzeptiert werden. Prepaid-Kreditkarten werden häufig abgelehnt, da keine echte Kautionsblockierung möglich ist. Fotografieren Sie bei Übernahme und Rückgabe das Fahrzeug umfassend – alle vier Seiten, Dach, Felgen, Innenraum und Kilometerstand.
Tankregelung richtig wählen
Die fairste Tankregelung ist voll/voll': Sie erhalten das Auto mit vollem Tank und geben es vollgetankt zurück. Vermeiden Sie voll/leer'-Modelle, bei denen der Vermieter den Tank zum überhöhten Preis abrechnet – häufig zum Doppelten des aktuellen Marktpreises.
Bewahren Sie den Tankbeleg der letzten Betankung vor der Rückgabe auf, idealerweise von einer Tankstelle in unmittelbarer Nähe der Mietwagenstation. Einige Vermieter erkennen nur Belege an, die maximal 10 km von der Station entfernt getankt wurden. Fotografieren Sie außerdem die Tankanzeige bei der Rückgabe als Beweis.
Zusatzkosten vermeiden
Buchen Sie Kindersitze, Navigationsgeräte und Zusatzfahrer bereits bei der Online-Reservierung – am Schalter sind die Aufpreise regelmäßig zwei- bis dreimal so hoch. Ein Zusatzfahrer kostet vor Ort oft 10 bis 15 Euro pro Tag, über den Vermittler dagegen nur 2 bis 5 Euro oder ist sogar kostenlos inklusive.
Grenzüberschreitungen sind bei vielen Vermietern genehmigungspflichtig und kostenpflichtig. Informieren Sie sich vorab, ob Fahrten in Nachbarländer erlaubt sind und welche Gebühren anfallen. Einwegmieten (Abholung und Rückgabe an verschiedenen Stationen) können erhebliche Zusatzkosten verursachen, insbesondere bei Länderüberquerungen.
Ihre Rechte bei Problemen
Verweigern Sie die Unterschrift unter Rückgabeprotokolle, die Schäden auflisten, die bei Übernahme bereits vorhanden waren. Vermerken Sie stattdessen Ihren Widerspruch schriftlich auf dem Protokoll und verweisen Sie auf Ihre Fotos. Bei unberechtigten Abbuchungen fordern Sie Ihre Kreditkartenbank auf, eine Rückbuchung (Chargeback) einzuleiten.
Innerhalb der EU gilt das europäische Verbraucherschutzrecht. Die Verbraucherzentralen bieten über das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) kostenlose Unterstützung bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten. Dokumentieren Sie jeden Kontakt mit dem Vermieter schriftlich und setzen Sie Fristen für die Beantwortung Ihrer Beschwerden.
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Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland
Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 5. Juni 2025.