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Betrug & Abzocke(aktualisiert: 2. April 2026)9 Min. Lesezeit

Romance Scamming: So schützen Sie sich vor Liebesbetrug im Internet

Romance Scamming erkennen und vermeiden. Warnsignale bei Online-Beziehungen, typische Täterprofile und Hilfe für Betroffene von Liebesbetrug.

Was ist Romance Scamming?

Romance Scamming, auch als Liebesbetrug oder Love Scam bekannt, ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle über Dating-Plattformen, soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste eine romantische Beziehung zu ihrem Opfer vortäuschen. Über Wochen oder Monate bauen sie Vertrauen und emotionale Abhängigkeit auf, bevor sie unter Vorwänden um Geld bitten.

Die Opfer verlieren nicht nur erhebliche Geldsummen – der durchschnittliche Schaden pro Fall liegt laut Bundeskriminalamt bei über 20.000 Euro –, sondern erleiden auch massive emotionale Schäden. Viele Betroffene schämen sich und suchen keine Hilfe, weshalb die Dunkelziffer extrem hoch ist. Experten gehen davon aus, dass nur etwa jeder zehnte Fall angezeigt wird.

So gehen die Täter vor: Das typische Muster

Die Betrüger erstellen attraktive Profile mit gestohlenen Fotos – häufig von Militärangehörigen, Ärzten oder Ingenieuren, die angeblich im Ausland arbeiten. Die ersten Nachrichten sind aufmerksam und charmant. Binnen weniger Tage gestehen sie tiefe Gefühle und sprechen von einer gemeinsamen Zukunft. Dieses Vorgehen wird als »Love Bombing« bezeichnet.

Nach der Aufbauphase kommt die Geldforderung, getarnt als Notfall: Ein medizinischer Notfall, ein gestohlener Pass auf Reisen, Zollgebühren für ein Paket, Kosten für ein Visum oder Flugticket für ein erstes Treffen. Die Beträge steigen schrittweise, und das versprochene persönliche Treffen wird immer wieder verschoben. Die Täter operieren meist aus organisierten Netzwerken in Westafrika, Südostasien oder Osteuropa.

Warnsignale erkennen

Misstrauen Sie Personen, die bereits nach wenigen Tagen starke Gefühle bekunden. Seien Sie vorsichtig, wenn Ihr Gegenüber kein Videotelefonat führen möchte oder Treffen wiederholt absagt. Typisch ist auch eine angebliche berufliche Tätigkeit im Ausland (Militär, Ölplattform, humanitäre Mission), die ein persönliches Treffen zunächst unmöglich macht.

Prüfen Sie die Profilbilder mit einer umgekehrten Bildersuche bei Google oder TinEye – häufig stammen die Fotos von anderen Personen oder aus Bilddatenbanken. Fragen Sie bei Geldforderungen immer eine Vertrauensperson um Rat, auch wenn der Scammer um Geheimhaltung bittet. Seriöse Partner fragen nicht nach Geldüberweisungen, bevor man sich persönlich kennengelernt hat.

Hilfe für Betroffene

Wenn Sie vermuten, Opfer von Romance Scamming zu sein, brechen Sie sofort den Kontakt ab. Sichern Sie alle Chatverläufe, E-Mails und Überweisungsbelege als Beweise. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei – viele Bundesländer haben spezialisierte Cybercrime-Abteilungen, die mit solchen Fällen vertraut sind.

Schämen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Die psychologische Belastung durch Romance Scamming ist vergleichbar mit der nach einer realen Trennung, verstärkt durch das Gefühl der Scham und des Vertrauensverlustes. Die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) und Opferhilfsorganisationen wie der Weiße Ring bieten kostenlose Beratung an.

Prävention: So schützen Sie sich auf Dating-Plattformen

Verwenden Sie seriöse Dating-Plattformen, die Profile verifizieren. Geben Sie niemals persönliche Finanzinformationen preis. Teilen Sie keine intimen Fotos oder Videos, die für Erpressung missbraucht werden könnten (Sextortion). Verlegen Sie das Gespräch nicht vorschnell auf externe Messenger, da Sie dadurch den Schutz der Plattform verlieren.

Informieren Sie Freunde oder Familie über neue Online-Bekanntschaften und nehmen Sie deren Bedenken ernst. Ein Außenstehender erkennt Warnsignale oft schneller als jemand, der emotional involviert ist. Und bedenken Sie: Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es leider meistens genau das.

Schlagwörter

Romance ScammingLiebesbetrugDating-BetrugOnline-DatingCyberkriminalitätOpferhilfe

Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland

Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 2. April 2026.