Identitätsdiebstahl: So schützen Sie sich und reagieren im Ernstfall
Identitätsdiebstahl verhindern: Prävention, Warnsignale und Sofortmaßnahmen. Was tun, wenn Ihre Identität gestohlen wurde? Ihr Notfallplan.
Was ist Identitätsdiebstahl und wie verbreitet ist er?
Identitätsdiebstahl bedeutet, dass Kriminelle Ihre persönlichen Daten – wie Name, Geburtsdatum, Adresse, Kontonummern oder Sozialversicherungsnummer – missbrauchen, um in Ihrem Namen Verträge abzuschließen, Waren zu bestellen oder Straftaten zu begehen. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom waren 2025 rund 15 Prozent der Deutschen bereits von Identitätsdiebstahl betroffen.
Die Folgen können verheerend sein: Opfer erhalten Mahnungen für Bestellungen, die sie nie getätigt haben, finden negative Schufa-Einträge vor oder werden im schlimmsten Fall für Straftaten anderer verantwortlich gemacht. Die durchschnittliche Zeit, um die Folgen eines Identitätsdiebstahls vollständig zu bereinigen, beträgt sechs bis zwölf Monate.
Wie Kriminelle an Ihre Daten gelangen
Die häufigsten Methoden sind Phishing-E-Mails, Datenlecks bei Unternehmen, das Ausspähen von Zugangsdaten durch Schadsoftware sowie Social Engineering – also die Manipulation von Personen, um an vertrauliche Informationen zu gelangen. Auch das Durchsuchen von Müll (Dumpster Diving) nach weggeworfenen Kontoauszügen, Rechnungen oder Vertragsunterlagen wird von Kriminellen praktiziert.
Ein unterschätztes Risiko ist das sogenannte SIM-Swapping: Betrüger überzeugen Ihren Mobilfunkanbieter, Ihre Telefonnummer auf eine neue SIM-Karte zu übertragen. Damit können sie SMS-TANs abfangen und sich Zugang zu Ihren Bankkonten verschaffen. Auch Datenlecks bei Online-Diensten stellen ein massives Risiko dar – prüfen Sie regelmäßig auf haveibeenpwned.com, ob Ihre E-Mail-Adresse betroffen ist.
Warnsignale: So erkennen Sie Identitätsdiebstahl frühzeitig
Achten Sie auf unerwartete Mahnungen oder Rechnungen für Waren und Dienstleistungen, die Sie nie bestellt haben. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge auf unbekannte Abbuchungen. Beantragen Sie einmal jährlich eine kostenlose Schufa-Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO und prüfen Sie, ob dort unbekannte Einträge vorliegen.
Weitere Warnsignale sind: Ablehnungen bei Vertragsanschlüssen trotz guter Bonität, unerwartete Kontaktaufnahmen von Inkasso-Unternehmen, Post von Unternehmen, bei denen Sie kein Konto haben, oder die Meldung, dass Ihr Benutzerkonto bei einem Online-Dienst gesperrt wurde.
Notfallplan: Sofortmaßnahmen bei Identitätsdiebstahl
Erstatten Sie unverzüglich Anzeige bei der Polizei und bitten Sie um eine Kopie der Anzeigenbestätigung – diese benötigen Sie für alle weiteren Schritte. Informieren Sie Ihre Bank und lassen Sie betroffene Konten und Karten sperren. Ändern Sie sofort alle Passwörter, insbesondere für E-Mail-Konten, Online-Banking und häufig genutzte Online-Shops.
Kontaktieren Sie die Schufa und beantragen Sie eine Betrugsopfer-Erklärung. Die Schufa vermerkt dann in Ihrer Akte, dass Sie Opfer eines Identitätsdiebstahls sind, was weitere Betrugsvorgänge erschwert. Widersprechen Sie allen unberechtigten Forderungen schriftlich und fügen Sie eine Kopie der Polizeianzeige bei.
Richten Sie eine Identitätsüberwachung ein: Dienste wie die Schufa-Bonitätsauskunft mit UpdateService informieren Sie sofort, wenn sich Ihre Bonität ändert oder neue Einträge hinzugefügt werden. So können Sie schnell reagieren, wenn Kriminelle erneut versuchen, Ihre Identität zu missbrauchen.
Prävention: So schützen Sie Ihre Identität langfristig
Geben Sie persönliche Daten nur preis, wenn es unbedingt notwendig ist. Nutzen Sie für jeden Online-Dienst ein eigenes, starkes Passwort in Kombination mit Zwei-Faktor-Authentifizierung. Vernichten Sie sensible Dokumente mit einem Aktenvernichter, bevor Sie sie entsorgen. Seien Sie vorsichtig mit persönlichen Informationen in sozialen Netzwerken – Geburtsdatum, Wohnort und Arbeitgeber können Kriminellen bereits genügen.
Halten Sie Ihr Betriebssystem und alle Programme aktuell, um Sicherheitslücken zu schließen. Nutzen Sie eine aktuelle Antivirus-Software und seien Sie besonders vorsichtig bei öffentlichen WLAN-Netzwerken. Für sensible Transaktionen wie Online-Banking verwenden Sie am besten ein VPN oder nutzen ausschließlich Ihr Mobilfunknetz.
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Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland
Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 25. April 2026.