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Digitales & Datenschutz(aktualisiert: 20. April 2026)9 Min. Lesezeit

Sicheres Online-Banking: Schutz vor Hackern

Online-Banking ist bequem, birgt aber Risiken. Erfahren Sie, welche Angriffsmethoden Kriminelle nutzen und wie Sie Ihr Bankkonto optimal schützen.

Aktuelle Bedrohungen beim Online-Banking

Phishing-Angriffe im Bankumfeld werden immer ausgefeilter. Betrüger versenden E-Mails oder SMS, die täuschend echt wie Nachrichten Ihrer Bank aussehen. Die enthaltenen Links führen auf gefälschte Anmeldeseiten, die Ihre Zugangsdaten abfangen. Mit den gestohlenen Daten können die Täter Überweisungen in ihrem Namen tätigen.

Banking-Trojaner sind Schadprogramme, die sich auf Ihrem Computer oder Smartphone einnisten und Bankdaten ausspähen. Sie können Überweisungen im Hintergrund manipulieren, sodass der Empfänger und der Betrag verändert werden, während auf Ihrem Bildschirm alles korrekt aussieht.

SIM-Swapping ist eine Methode, bei der Kriminelle Ihre Mobilfunknummer auf eine neue SIM-Karte übertragen lassen. Damit können sie SMS-TANs abfangen und Zugriff auf Ihr Bankkonto erlangen. Diese Methode richtet sich gezielt gegen Nutzer, die SMS als zweiten Faktor verwenden.

Sichere TAN-Verfahren wählen

Die SMS-TAN gilt als unsicherstes Verfahren und sollte nach Möglichkeit durch sicherere Alternativen ersetzt werden. Push-TAN-Apps der Banken bieten eine deutlich höhere Sicherheit, da die TAN direkt in der geschützten App generiert wird. ChipTAN-Verfahren mit einem separaten TAN-Generator gelten als besonders sicher.

Biometrische Freigabeverfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung in Banking-Apps bieten einen guten Kompromiss aus Sicherheit und Komfort. Achten Sie darauf, dass Ihre Bank mindestens eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anbietet und nutzen Sie diese konsequent.

Grundlegende Sicherheitsmaßnahmen

Rufen Sie die Website Ihrer Bank stets direkt über die manuelle Eingabe der URL im Browser auf und klicken Sie niemals auf Links in E-Mails oder SMS. Achten Sie auf das Schloss-Symbol und die korrekte URL in der Adressleiste. Speichern Sie die Banking-URL als Lesezeichen, um Tippfehler zu vermeiden.

Nutzen Sie für Online-Banking ein eigenes, sauberes Gerät oder zumindest einen separaten Browser. Installieren Sie regelmäßig Sicherheitsupdates für Betriebssystem und Browser. Verwenden Sie einen aktuellen Virenscanner und eine Firewall.

Setzen Sie ein einzigartiges, starkes Passwort für Ihr Online-Banking-Konto ein, das Sie nirgendwo anders verwenden. Ändern Sie das Passwort bei dem geringsten Verdacht auf Kompromittierung. Richten Sie Benachrichtigungen für jede Kontobewegung ein, um unautorisierte Transaktionen sofort zu bemerken.

Online-Banking unterwegs sicher nutzen

Vermeiden Sie Online-Banking in öffentlichen WLAN-Netzwerken ohne VPN-Schutz. Nutzen Sie stattdessen die mobile Datenverbindung Ihres Smartphones, die deutlich schwerer abzufangen ist. Wenn Sie auf ein WLAN angewiesen sind, aktivieren Sie vorher Ihren VPN-Dienst.

Sperren Sie Ihr Smartphone mit einer sicheren PIN, einem Passwort oder biometrischen Verfahren. Aktivieren Sie die automatische Displaysperre nach kurzer Inaktivität. Im Verlustfall können Sie Ihr Gerät über die Fernlöschfunktion von iOS oder Android sperren und die Daten löschen.

Im Betrugsfall richtig handeln

Wenn Sie verdächtige Kontobewegungen bemerken, sperren Sie Ihr Online-Banking sofort über die Notfallnummer Ihrer Bank oder die bundesweite Sperrnummer 116 116. Informieren Sie Ihre Bank unverzüglich über den Vorfall. In vielen Fällen können nicht autorisierte Überweisungen innerhalb kurzer Zeit rückgängig gemacht werden.

Dokumentieren Sie alle verdächtigen Aktivitäten und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Nach dem Zahlungsdienstaufsichtsgesetz haften Sie bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen grundsätzlich nur bis zu einem Betrag von 50 Euro, sofern Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben.

Schlagwörter

Online-BankingBanking-SicherheitTAN-VerfahrenPhishingZwei-Faktor-AuthentifizierungKontoschutz

Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland

Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 20. April 2026.