Fakeshops erkennen: So entlarven Sie betrügerische Online-Shops
Fakeshops im Internet erkennen und vermeiden. Checkliste mit Warnsignalen, Prüftools und Ihren Rechten als Verbraucher bei Online-Betrug.
Was sind Fakeshops und warum sind sie so gefährlich?
Fakeshops sind betrügerische Online-Shops, die professionell gestaltete Websites betreiben, jedoch keine Ware liefern oder minderwertige Fälschungen versenden. Die Betreiber kassieren per Vorkasse und verschwinden anschließend. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete 2025 in Deutschland über 28.000 Anzeigen wegen Warenbetrugs im Internet – die Dunkelziffer liegt deutlich höher.
Besonders tückisch: Viele Fakeshops kopieren das Design seriöser Anbieter detailgetreu und nutzen ähnlich klingende Domain-Namen. Sie locken mit extrem günstigen Preisen, die bis zu 80 Prozent unter dem Marktpreis liegen. Produkte, die überall ausverkauft sind, haben Fakeshops angeblich sofort verfügbar.
Die wichtigsten Warnsignale für Fakeshops
Prüfen Sie das Impressum: Nach § 5 TMG und § 18 MStV ist in Deutschland ein vollständiges Impressum Pflicht, das Name, Anschrift, E-Mail und Handelsregistereintrag enthält. Fehlt das Impressum oder enthält es nur eine Postfachadresse, ist höchste Vorsicht geboten. Googeln Sie die angegebene Adresse – häufig existiert dort gar kein Unternehmen.
Die Zahlungsmethoden verraten viel: Seriöse Shops bieten mehrere Zahlungsarten an, darunter Kauf auf Rechnung, PayPal oder Kreditkarte mit Käuferschutz. Fakeshops hingegen bestehen auf Vorkasse per Überweisung, Kryptowährung oder Gutscheinkarten – Zahlungsarten, bei denen eine Rückbuchung praktisch unmöglich ist.
Achten Sie auf die Domain und das SSL-Zertifikat: Seriöse deutsche Shops nutzen .de-Domains und verfügen über ein gültiges SSL-Zertifikat (Schlosssymbol in der Adressleiste). Allerdings ist auch ein SSL-Zertifikat kein absoluter Beweis für Seriosität, da es kostenlos erhältlich ist. Prüfen Sie daher immer mehrere Kriterien in Kombination.
Checkliste: In 60 Sekunden Fakeshops entlarven
Folgen Sie dieser Schnellprüfung: Erstens, überprüfen Sie die Preise – liegen sie deutlich unter dem Marktniveau, ist Skepsis angebracht. Zweitens, prüfen Sie das Impressum auf Vollständigkeit und verifizieren Sie die Handelsregisternummer beim zuständigen Amtsgericht. Drittens, suchen Sie nach Erfahrungsberichten auf unabhängigen Bewertungsportalen wie Trustpilot oder in Verbraucher-Foren.
Nutzen Sie den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale (www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder) – dort können Sie verdächtige URLs direkt prüfen lassen. Die Watchlist Internet (www.watchlist-internet.at) pflegt zudem eine aktuelle Datenbank bekannter Fakeshops im deutschsprachigen Raum.
Rechtliche Situation: Ihre Ansprüche bei Fakeshop-Betrug
Wenn Sie einem Fakeshop zum Opfer gefallen sind, haben Sie nach § 263 StGB einen Anspruch auf Strafverfolgung wegen Betrugs. Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei. Bei Zahlung per Lastschrift oder Kreditkarte können Sie die Buchung innerhalb von acht Wochen über Ihre Bank zurückholen (Chargeback-Verfahren). Bei PayPal greift der Käuferschutz mit einer Frist von 180 Tagen.
Leider ist bei Vorkasse per Überweisung die Rückholung des Geldes nach Ablauf weniger Stunden praktisch unmöglich. Kontaktieren Sie dennoch sofort Ihre Bank und bitten Sie um eine Rückbuchung des Betrags – in Einzelfällen kann dies innerhalb des Buchungstages noch gelingen.
Gütesiegel: Welche sind vertrauenswürdig?
Vertrauenswürdige Gütesiegel in Deutschland sind das Trusted Shops-Siegel, das TÜV-Siegel für Online-Shops und das EHI-Siegel. Wichtig: Klicken Sie immer auf das Siegel – bei echten Zertifizierungen führt der Klick auf eine Verifizierungsseite des Siegelanbieters. Fakeshops verwenden häufig kopierte Siegelgrafiken ohne funktionierenden Link.
Ein weiterer Vertrauensindikator ist die Mitgliedschaft im Händlerbund oder im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh). Diese Verbände prüfen ihre Mitglieder auf die Einhaltung verbraucherschutzrechtlicher Standards.
So kaufen Sie sicher im Internet ein
Zahlen Sie möglichst per Rechnung oder nutzen Sie Zahlungsdienste mit Käuferschutz. Geben Sie die URL des Shops manuell in die Adressleiste ein, statt auf Links in E-Mails oder Werbeanzeigen zu klicken. Speichern Sie Bestellbestätigungen und Kommunikation mit dem Händler als Belege. Und bedenken Sie: Ein Schnäppchen, das zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es in den meisten Fällen auch.
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Geprüft durch das Verbraucherschutz Institut Deutschland
Dieser Artikel wurde von unserer Redaktion sorgfältig recherchiert und nach den Grundsätzen des unabhängigen Verbraucherschutzes erstellt. Stand: 10. April 2026.